So ich möchte mich einmal zum Thema Anarchismus äußern, was ich jetzt von Anarchie allgemein halte, sei erstmal dahin gestellt (später mehr dazu). Ich beschäftige mich schon etwas länger mit der Frage, was passieren würde, wenn es zu einem Zustand ohne staatliche Ordnung kommen würde – egal in welchem Land aber in meinen Überlegungen bin ich mal, der einfachheithalber von Deutschland ausgegangen.
In Philosophie habe ich letztes Jahrdie Verfilmung von Der Herr der Fliegen und den deutschen Film Das Experiment mit Moritz Bleibtreu gesehen, der auf den Roman Black Box von Mario Giordano basiert. In beide beiden Filme geraten Menschen in eine Art Machtvakuum und schaffen sich dann eine eigene, neue Hierachie. Oberhäupter werden mehr oder weniger demokratisch bestimmt.
Mal angenommen es würde zu einer Anarchie in Deutschland kommen, zum Beispiel durch eine „Revolution von unten“. Auch wenn das eigentliche Ziel die Schaffung eines herrschaftslosen Systems ist, wird es meiner Meinung nach, nach einiger Zeit wieder eine Hierachie bilden. Ausdrücke wie „Untertangeist“ fallen mir dabei ein. Ich denke, dass ein Zustand der Anarchie nie lange anhalten wird, da es immer machthunrige Menschen geben wird und Menschen die bereit sein werden, sich unter zuordnen.
Somit bleibt die Anarchie eine Art Utopie, wenn man es so nennen will – oder eben ein Albtraum, der nicht lange Bestand haben will. Natürlich alles Standpunkt abhängig
2 Kommentare bis jetzt
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Erstmal:
Anarchismus – Bezeichnung für die Bewegung + Theorie die die Abschaffung aller Unterdrückungen befürwortet.
Anarchie – herrschaftloser zustand, aus dem grich. und heißt soviel wie „kein-Herrscher“
Anarchie ist durchaus als eine Utopie zusehen allerdings nicht zwangsläufig. Utopie ist allerdings kein Totschlag Argument. Utopie ist weder realistisch noch unrealistisch. Die Anarchie ist eine Idee für die es sich für Kämpfen lohnt, ob jemals eine komplette Anarchie zuerreichen ist sei dahingestellt vielleicht ist die Anarchie auch eher als Prozess anzusehen alle Herrschafts und Unterdrückungsformen stetig zu minimieren. Desweiteren kann es in einer Anarchie durchaus Hierarchien geben, abgesehen von Macht verhältnissen die so oder so zum Beispiel durch verschiedene Fähigkeite, Berufe etc. bestehen, allerdings nur wenn diese Freiwillig eingegangen werden: So hatten die anarchistischen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg Generäle, diese waren allerdings von allen Gewählt worden und konnten jeder Zeit abgesetzt werden.
Wenn du mehr darüber schreiben willst lese doch erstmal ein bisschen mehr
Das hier ist ein recht guter Einstiegspunkt:
http://deu.anarchopedia.org/index.php/Anarchie
Die Filme die du Angibst zeigen m.E. in erster Linie wie schädlich unsere Autoritäre Gesellschaft sich auf die Menschen auswirkt und aufgrund von Sozialisierung auch außerhalb des Systems auftritt. Mit Anarchie haben die beiden Film nichts zutun, schau dir lieber mal einen Film über den Spanischen Bürgerkrieg an.
Kommentar von brib 18. Januar 2007 @ 3:38Mh, ich denke du hast dich etwas kurzsichtig mit dem Thema befasst. Die beiden Filme als Argument für das Verlangen der Menschen zu herrschen oder beherrscht zu werden anzuführen halte ich für nicht ganz wasserfest.
Die Menschen in den Filmen wuchsen in klaren Verhältnisen mit klaren hierarchischen Strukturen auf. Wahrscheinlich haben sie diese nie angezweifelt und sich auch nie Gedanken darüber gemacht, was sich denn alternativ anböte. Deshalb versuchen sie in diesen Extremsituationen den bekannten Zustand wiederherzustellen.
Denke ich zumindest, bin aber kein Studierter.
Du hast allerdings angenommen es hätte bereits ein Umsturz stattgefunden. Das setzt vorraus, dass alle beteiligten die Idee verstanden haben und sie leben wollen. Denn gewaltsam kann sich Anarchismus nicht durchsetzen, dazu ist er eben nicht mit den nötigen Repressionsorganen ausgestattet (wie soll denn allgemeine Freiheit bestehen, wenn man dazu andersdenkende wie zB Faschisten unterdrücken muss?).
Wenn sich also eine Gesellschaft gefunden hat die im Zeichen des Anarchismus lebt, sehe ich, sofern es die Menschen schaffen einen Mindestwohlstand zu erwirtschaften, keine Gründe für ein Zusammenbrechen einer solchen Gesellschaft.
Das Argument der Mensch sei einfach so, dass er Herrschaft will und braucht akzeptiere ich nicht, denn nichts auf der Welt ist einfach so wie es ist, ohne dass es dafür echte Ursachen gibt..
soviel erstmal dazu ^^
Kommentar von Boris 10. Februar 2007 @ 3:39